Japans geplatzte Blase
Der Beweis, dass „langfristig geht es immer wieder hoch“ nicht garantiert ist.
Auslöser
Ende der 1980er war Japan die grösste Vermögensblase der Geschichte — der Grund und Boden Tokios galt rechnerisch mehr als ganz Kalifornien. 1990 platzte die Blase an Aktien- und Immobilienmärkten gleichzeitig.
Verlauf
Der Nikkei fiel von fast 39'000 Punkten (1989) über zwei Jahrzehnte auf unter 8'000. Immobilien verloren in Spitzenlagen rund 80%. Es folgten die „verlorenen Jahrzehnte“ mit Deflation und Stagnation.
Dauer bis zur Erholung
Der Nikkei erreichte sein Hoch von 1989 erst 2024 wieder — nach 34 Jahren. Das ist der drastischste Fall gegen die Annahme, Aktien erholten sich „immer“ in überschaubarer Zeit.
Was mit den Anlageklassen geschah
Gerundete historische Richtwerte (Höchststand zu Tiefpunkt). Keine Prognose — die nächste Krise trifft die Klassen anders.
Was hat funktioniert — und warum es sich nicht kopieren lässt
Globale Streuung. Wer nicht nur japanisch investiert war, entkam den verlorenen Jahrzehnten. Warum es sich nicht kopieren lässt: Das ist kein Timing-Trick, sondern eine strukturelle Lehre — Heimatmarkt-Konzentration (Home Bias) ist genau das Risiko, das der Fragilitätsscore über die Klassen- und Fremdwährungs-Kennzahlen sichtbar macht.
„„Es geht immer wieder hoch“ gilt für breit gestreute Weltportfolios, nicht für einen einzelnen Markt."
Finutti vermittelt Wissen und gibt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Alle Rechner zeigen reine Mathematik mit transparenten Annahmen — keine Empfehlung, keine Prognose.