Grosse Depression
Nicht der Crash war die Krise — die Depression entstand aus den Bankenpaniken 1930–33.
Auslöser
Nach Jahren spekulativer Hausse auf Kredit (Call Loans) brach die Wall Street im Oktober 1929 ein. Der Crash selbst vernichtete Papiervermögen; die eigentliche Katastrophe kam danach, als reihenweise Banken zusammenbrachen und die Geldmenge um rund ein Drittel schrumpfte.
Verlauf
Zwischen 1929 und 1932 verlor der US-Aktienmarkt rund 86% seines Werts. Tausende Banken fielen, die Arbeitslosigkeit stieg in den USA auf etwa 25%. Die Deflation liess reale Schuldenlasten explodieren — wer Kredite hatte, wurde von fallenden Preisen erdrückt.
Dauer bis zur Erholung
Nominal erreichte der US-Markt sein Hoch von 1929 erst 1954 wieder — rund 25 Jahre später. Wer breit gestreut und ohne Hebel investiert blieb und weiter zukaufte, war deutlich früher wieder im Plus.
Was mit den Anlageklassen geschah
Gerundete historische Richtwerte (Höchststand zu Tiefpunkt). Keine Prognose — die nächste Krise trifft die Klassen anders.
Was hat funktioniert — und warum es sich nicht kopieren lässt
Cash und Staatsanleihen. In der Deflation gewann Bargeld an Kaufkraft — rund +25%, wer 1929 liquide war, konnte 1932 zu Tiefstpreisen kaufen. Warum es sich nicht kopieren lässt: Deflation dieser Wucht ist die historische Ausnahme. In fast allen späteren Krisen (1973, 2022) war genau das Gegenteil — Inflation — das Problem, und Cash der grösste Verlierer.
„Eine Woche vor dem Crash hätte kein Indikator angeschlagen. Fragilität (Hebel, Marktbreite) ist Monate vorher sichtbar — der Stress selbst nicht."
Finutti vermittelt Wissen und gibt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Alle Rechner zeigen reine Mathematik mit transparenten Annahmen — keine Empfehlung, keine Prognose.