Frankenschock
Ein Satz der Nationalbank — und der Franken wertete in Minuten um 20% auf.
Auslöser
Die Schweizerische Nationalbank hob am 15. Januar 2015 überraschend den Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro auf, den sie seit 2011 verteidigt hatte. Der Markt hatte fest mit dem Fortbestand gerechnet.
Verlauf
Der Euro fiel binnen Minuten zeitweise unter die Parität, der SMI stürzte am selben Tag rund 14% ab. Exportunternehmen und Tourismus wurden hart getroffen; einzelne Devisenbroker gingen an den Verlusten zugrunde.
Dauer bis zur Erholung
Der Aktienmarkt fing sich über die folgenden Monate. Der Franken blieb dauerhaft stärker — die Anpassung war strukturell, nicht vorübergehend.
Was mit den Anlageklassen geschah
Gerundete historische Richtwerte (Höchststand zu Tiefpunkt). Keine Prognose — die nächste Krise trifft die Klassen anders.
Was hat funktioniert — und warum es sich nicht kopieren lässt
In Franken zu denken und zu rechnen. Wer sein Vermögen und seine Verpflichtungen in der eigenen Währung hielt, war unbetroffen — für ihn wurde alles Ausländische billiger. Warum es sich nicht kopieren lässt: Der Schutz lag nicht in einer klugen Wette, sondern im Vermeiden eines Fremdwährungs-Klumpenrisikos. Genau das misst die Kennzahl Fremdwährungsanteil im Fragilitätsscore.
„Ein fixer Wechselkurs beruhigt, bis er bricht — und dann sofort und vollständig. Für die Schweiz die Lektion, die Asien 1997 lernte."
Finutti vermittelt Wissen und gibt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Alle Rechner zeigen reine Mathematik mit transparenten Annahmen — keine Empfehlung, keine Prognose.